Router
Die Bezeichnung Router hat heute schon fast eine derart umfassende Bedeutung wie noch vor einigen Jahren der Begriff
Modem, der zum Teil etwas undifferenziert für alles verwendet wurde, was sich zwischen
Computer und Telefonleitung/Netzwerk nützlich machte. Dabei macht es der Name eigentlich recht einfach, die Bedeutung und Aufgabe zu klären. Router (Britisch-Englisch [`ru:tǝ(r)] oder Amerikanisch-Englisch [´raʊtǝ(r)] ausgesprochen) ist natürlich vom englischen Route abgeleitet und könnte etwas frei mit „wichtiger Verbindungsweg“ übersetzt werden, was der Aufgabe des Routers schon sehr nahe kommt. Der hat dafür zu sorgen, dass zwei oder mehr Netzwerke korrekt miteinander verbunden werden. Ein typisches Beispiel ist der heimische Router, der drei
Netzwerke miteinander verbindet: Das Internet, das
LAN-Netzwerk der Computer und das
WLAN-Netzwerk etwa der
Notebooks. Die beiden letzten Netzwerke sind natürlich jene, die sich in den eigenen vier Wänden (bei WLAN ggf. noch bis zur Grundstücksgrenze) erstrecken. Damit offerieren preiswerte WLAN-Router etwa von Netgear oder Cisco einen Komfort, der noch vor zehn Jahren für die meisten Haushalte völlig unvorstellbar war: Die Verknüpfung verschiedener Rechner untereinander zu einem Netzwerk. Denn sozusagen als Nebenprodukt der immer leistungsfähiger und kompakter werdenden Modems (und deren Ableger), nahm das Gerät, das den Kontakt zur Außenwelt (Internet per Telefon/Internetleitung) unterhält, auch Kontakt zu jedem direkt angeschlossenen Rechner (ggf. auch Drucker usw.) auf und ermöglichte den Datentransfer untereinander. Früher war hier ein aufwändiges isoliertes Netzwerk notwendig. Dazu musste in jedem Rechner und Drucker eine extra Netzwerkkarte eingerichtet (die in den seltensten Fällen ab Werk dabei war) und das Ganze miteinander verbunden werden. Per WLAN (drahtloses Netzwerk) kann man mit mehreren Notebooks kabellos ins Internet gehen und natürlich auch untereinander Kontakt knüpfen. Allerdings bieten sich mit
USB,
Bluetooth usw. bereits andere Datenwege, die erheblich einfacher eingerichtet werden können, als noch vor einer Dekade.
Vielfalt der Modelle
Für den Kunden ist die Vielfalt der Router natürlich Qual und Freude zugleich. Die Auswahl ist groß und für den Laien auch nicht gerade übersichtlich. Auf der anderen Seite kann man für wenig Geld bereits gute, ausgereifte Modelle bekommen. Gerade die günstigen Einsteigertypen mit dem
Standard IEEE 800.11g sind hier empfehlenswert. Die drahtlose Datenübertragung ist zwar noch nicht besonders schnell, aber für den Hausgebrauch reicht das allemal und zudem sind die Router sehr stabil. Wie umfangreich das Angebot ist, zeigen zum Beispiel die Programme von HP, BINTEC, DLINK, LANCOM, LevelOne oder Zyxel. Unter den einfachen, kompakten und zugleich preiswerten Modellen gehört die AVM Fritz!Box natürlich bereits zum Klassiker. Auch das Modell Fon WLAN 7300 nimmt die Tradition wieder auf.
Notwendige Ausstattung des Routers
Mittlerweile kann man die Router fast als kleine Telefon- und Netzwerkanlagen betrachten, denn sie bieten auch Anschlüsse für Telefon- und Faxgeräte. Derartige Multifunktions-WLAN-Router ersetzen dann das DSL-Modem und bieten auch noch USB- bzw.
Ethernet-Schnittstellen. Hier lassen sich dann auch Drucker und Festplatten anschließen, die für alle Teilnehmer des internen Netzwerkes zur Verfügung stehen. Ob man unbedingt einen Router für alle Eventualitäten benötigt, sei dahingestellt. Auf jeden Fall ist die Handhabung sehr einfach und der Multi-Router reduziert den Kabelaufwand. Allerdings sind nach wie vor die Kabelverbindungen schneller als die Funkverbindungen. Je nach Anwendung ist dies irrelevant oder nervig. Neue UMTS Router liegen hier im Wettstreit mit den klassischen WLAN Routern. Wer eh die Computer sehr dicht am Router stehen hat, kann sicherlich auf kabellose Verbindungen verzichten (wireless), die ja immerhin neben dem reduzierten Datentempo auch noch etwas unsicherer sind, da Fremde ggf. in den Funkverkehr eingreifen können. Wer beispielsweise in einem Hochhaus mit ambitionierten Hackern wohnt, sollte vielleicht auf einen Router Wireless verzichten, auch dem besten Router Passwort nicht vertrauen und einfach Kabel nehmen. Andere Menschen wohnen JWD (Janz Weit Draußen), wo schon zwischen öffentlichem Verkehr und Wohnhaus ein ausreichender Sicherheitsabstand vorliegt.
Im professionellen Bereich nimmt der Router ganz andere Formen an. Das ist auch leicht verständlich, da man im betrieblichen Ablauf weitaus mehr
Subnetzwerke nutzen kann, etwa für jede Abteilung. Der technische Aufwand ist hoch, wie die Offerten etwa bei Hewlett Packard zeigen. Aber die Optimierung der Datenwege ist die Investition allemal wert.