Netbook
Mit der erhöhten Leistungsfähigkeit der
PC Komponenten sind auch die spielerischen Möglichkeiten der
Notebooks gestiegen. Es können größere Geräte als am Anfang der Laptopära gebaut werden, es könnten gleich große Geräte, also Modelle der Klassen
Notebook 14 Zoll bis
Notebook 17 Zoll mit besserer Ausstattung entwickelt werden und es gibt zusehends kleinere Geräte, deren Leistungsniveau in vielen Belangen den Großen kaum nachstehen.
Wenn es um die Belange geht, dann stellt sich vor allem die Frage, was ein Notebook-Besitzer benötigt. Damit einhergehend bestimmten zwei zentrale Entwicklungen den Erfolg der kleinen Notebooks bzw. Netbooks: Kabellose Internetverbindungen und der USB-Stick.
Internetfähigkeit
Eine der hauptsächlichen Nutzungsmöglichkeiten von Computern erschließt sich durch die Verbindung mit dem World Wide Web. Der wichtigste Vorteil ist der schnelle Datenaustausch. Nicht nur Privatpersonen können miteinander kommunizieren oder weltweit über ein unvorstellbares Wissen verfügen, das zudem überwiegend hochaktuell ist. Firmen nutzen das Netzwerk für interne Firmennetze und können so ihre Arbeit global verbreiten. Eine Videokonferenz mit Mitarbeitern, die über den ganzen Erdball verteilt sind, war vor einigen Jahren per Telefon auch schon möglich, aber um ein Vielfaches aufwändiger und teurer. Außendienstmitarbeiter können auf interne Datenbanken zurückgreifen oder aber zum Beispiel aktuelle Veränderungen (Messwerte, Beobachtungen usw.) unmittelbar dem Zentralrechner zuführen. Mag man in manchen Fällen über Sinn und Unsinn solcher Aktionen streiten und den tatsächlichen Nutzwert anzweifeln – viele Firmen können ohne das WWW kaum noch existieren.
Lange Zeit war aber die Internetfähigkeit der Vorteil der stationären
Computer. Mobilrechner konnten dagegen allerhöchstens als Insel gebraucht werden und mussten vor und nach dem Außendiensteinsatz wieder mit dem Zentralcomputer verbunden werden. Dieser Datenabgleich kann jetzt jederzeit vorgenommen werden.
Wireless LAN war der erste Schritt, der den Leistungsunterschied zwischen Desktop PC und Notebook aufheben konnte. Geringfügigen Schwächen des Notebooks, was etwa die Größe der
Festplatten oder Anzahl der Laufwerke angeht, stand die gewonnene Mobilität ohne Verlust des Internetzugangs entgegen.
Auch heute noch gibt es Differenzen beim direkten Vergleich zwischen gleich teuren Notebooks und stationären PCs, wobei man in der Kostenrechnung des Desktops auch Monitore, Maus und Tastatur einplanen muss. Doch die Unterschiede sind relativ gering und ein Vergleich geht auch schon mal zugunsten der Laptops aus.
Die Internetfähigkeit ist also ein wesentlicher Aspekt der Mobilrechner und zeichnet ausnahmslos die Netbooks aus. Gut ausgestattete Geräte bieten nicht nur die WLAN-Verbindung an, sondern auch den Kontakt zum Handy-Netz (UMTS).
USB Stick statt Laufwerke
Der zweite wesentliche Fortschritt, der die Netbooks ermöglichte, besteht in der Möglichkeit, Programme und Daten ohne optische Laufwerke wie DVD- und CD-Player einzuspielen. So klein und zugleich leistungsfähig die Silberscheibe ist, so verbraucht das entsprechende Laufwerk recht viel Platz und Energie. Ferner wird bei der Benutzung, egal ob beim Schreiben oder Lesen, Wärme besser gesagt: Hitze erzeugt. Ein Umstand, der dem Gerät als solches nicht gerade gut tut und zudem eine höhere Kühlleistung (Lüfter) verlangt. Diesbezüglich waren die früheren Diskettenlaufwerke noch etwas besser dran, wenngleich ihre Medien, die Disketten, nur geringste Datenmengen zur Verfügung stellen konnten. Mit dem USB-Anschluss und dem USB-Stick steht nun seit einigen Jahren ein Datenträger zur Verfügung, der extrem schnellen Zugriff ermöglicht und nur geringen Platzbedarf im Gerät benötigt, da der Stick von außen zugeführt wird. Der Platzbedarf der USB-Anschlüsse ist auch insofern zu vernachlässigen, da zahlreiche andere Peripheriegeräte diesen Zugang ebenfalls nutzen. Da wären etwa Drucker, externe Eingabegeräte, Digitalkamera, Scanner und die externe Festplatte zu nennen.
Der USB-Stick selbst, also das eigentlich Speichermedium, ist kompakt und wird außen angesteckt. Ein weiterer Vorteil des Sticks ist die Speicherkapazität, die nicht nur auf dem Niveau der Silberscheiben liegt. Die Kapazität der USB-Sticks wird stets verbessert. Bei den Silberscheiben sind dagegen größere Speicherräume mit umfangreichen Neuerungen bis hin zu neuen Laufwerken (Stichwort: Blu-Ray) verbunden.
Mit dem USB-Stick lassen sich nun ebenso Datentransfers absolvieren wie über das Internet. Auf diesen Wegen können auch Programme übertragen werden. Das bedeutet, dass das Notebook bzw. Netbook trotz des Verzichts auf ein optisches Laufwerk praktisch uneingeschränkt auf Daten zugreifen kann.
Ein Aspekt der Verkleinerung, der für die ganz kleinen Notebooks zutrifft, ist hier übrigens nicht von Bedeutung. Touchscreen-Monitore ermöglichen es, dass man auf die platzraubende Tastatur verzichtet und den Monitor für die Eingabe nutzt. Auf diesem Wege ist es natürlich möglich, andere Formen der Tastatur zu nutzen als die klassische QWERTZ-Anordnung. Allerdings lohnt sich in der Praxis der Verzicht auf die Tastatur eher in wenigen Fällen. Wenn doch die Tastatur regelmäßig als Eingabegerät verwendet wird, dann bietet der Touchscreen-Monitor nur ein geringes Potential an Verkleinerung, da die Finger ja ein bestimmtes Maß an Tastengröße beanspruchen. In diesem Sinne sind Netbooks überwiegend mit einer klassischen Tastatur ausgerüstet.
Kaufkriterien
Grundsätzlich werden die Kaufkriterien vom tatsächlichen bzw. zu erwartenden Bedarf bestimmt. Wer das Netbook vorrangig für den Internetzugang benötigt und dort überwiegend chattet, mailt und Kaufaktivitäten betreibt, der kann auf besonders schnelle
Prozessoren verzichten. Ambitionierte Gamer werden wohl noch etwas warten müssen, bis Netbooks die ausreichende Leistungsfähigkeit für sehr schnelle und grafikschluckende Spiele vorweisen können. Ohnehin ist die Bildschirmgröße dafür meist nicht geeignet. Aber es gäbe ja die Möglichkeit, das Bildsignal auf einen großen, externen Monitor oder sogar mit Beamer auf eine Leinwand zu übertragen.
Sind administrative Tätigkeiten und Schreibarbeiten gefragt und wird auch gelegentlich mal das ein oder andere Office-Programm gebraucht, so sollte die Rechenleistung ausreichend sein, um ein
Betriebssystem wie Windows XP oder Windows 7 betreiben zu können. Windows Vista ist kaum auf Netbooks zu finden, da es zu durstig nach Prozessor-Power, Grafik- und
Arbeitsspeicher ist (siehe auch Grafikkarten). Ist das Netbook mit einem Linux-System ausgerüstet, so kann dies ein Hinweis auf eine schwächere Konfiguration sein, da die Linux-Distributionen überwiegend erheblich schlanker sind als die Windows Betriebssysteme. Andererseits kann man mit einem Suse-System auf einem Netbook, das Windows 7 schafft, erhebliche Ressourcen freischaufeln.
Im professionellen Bereich werden die Notebooks und Netbooks meist mit konkret notwendiger Software ausgerüstet und genau für diese Zwecke auch hardware-seitig konfiguriert.
Aufpassen sollte man auf die Schnittstellen Mensch – Computer. Gemeint sind die Eingabegeräte Tastatur und Mousepad sowie der Monitor. Wer viel und lang am Computer sitzt, dem ist nicht mit einem tränenreichen Bildschirm geholfen und der freut sich auch nicht über ungenaue Tastaturbefehle. Hier ist durchaus Qualität gefragt.
Bei der sonstigen Ausstattung gilt das Augenmerk vor allem den Anschlüssen. Man mag bei den Vorüberlegungen zu einem Netbook denken, dass man auf sowas verzichten kann. Später merkt man dann, dass bestimmte Verbindungen fehlen oder nur mit Verlust über Adapter geschlossen werden können und dass kabellose Datenleitungen durchaus auch Nachteile (Geschwindigkeit, Zuverlässigkeit, Datensicherheit) haben können.
Bei der technischen Ausrüstung findet man das vor, was in der Regel für Windows XP und Windows 7 ausreicht. Die Prozessoren sind langsamer als übliche Notebook-Chips. Verbaut sind beispielsweise Intel Atom 450 mit 1,66 MHz oder Intel i3 Core 2,26 MHz bei den teuren Modellen. Der Arbeitsspeicher variiert vorwiegend zwischen 1 und 4 GB. Manchmal ergibt es Sinn, bei der Auswahl eines Gerätes darauf zu achten, ob die Konfiguration der Speicherchips noch Platz für Erweiterungen bereithält, denn in Sachen Aufrüsten ist der Arbeitsspeicher die erste Adresse.
Auch bei den weiteren Bauelementen ist alles etwas kleiner als bei üblichen Notebooks. Gelegentlich verliert sich auch mal ein optisches Laufwerk in die Netbooks, obwohl eigentlich das Fehlen eines solchen Features ein typisches Merkmal ist.
Eine interessante und leider auch seltene Variante ist der drehbare Monitor. Das ist durchaus für Außendienstmitarbeiter eine Erleichterung im Umgang mit Kunden. Das Gerät kann stehen bleiben, während der Monitor dem Kunden zugewandt wird. Auch die Festplatte wird sich darüber freuen. Bewegungen des Geräts während des Zugriffs beim Lesen oder Schreiben sind nicht jeder Festplatte angenehm und gehören zu den häufigeren Ursachen für Defekte. Der drehbare Monitor kann aber auch für Anwender praktisch sein, die während der Nutzung andere Tätigkeiten ausüben müssen, beispielsweise das Bedienen oder Ablesen von technischen Geräten im Labor.
Emissionswerte
Leider ist die Bereitschaft der Hersteller, Angaben über die Geräuschentwicklung zu machen, bei Netbooks noch geringer als bei Notebooks oder Desktop-PCs. Das ist aber ein nicht zu unterschätzender Faktor. Wer beruflich mit dem Gerät umgeht, benötigt in der Regel die größtmögliche Ruhe bei der Arbeit. Nervige Lüftergeräusche sind auch nicht gerade eine Empfehlung im Umgang mit Kunden. Grundsätzlich sollten alle Geräte, in deren Umfeld Konzentrationsarbeiten verrichtet werden, leiser als 40 dB(A) sein.
Noch weniger findet man Angaben zum Stromverbrauch von Netbooks, da sie ja mit einem Akku ausrüstet sind. Statt der Energiewerte ist die Betriebszeit angegeben. Das ist leider nicht ganz ausreichend. Auch bei Netbooks ist der Stromverbrauch nicht uninteressant.
Akku
Eines der wichtigsten und zugleich schwersten Bauteile mobiler Rechner ist der Akku, der die Stromversorgung unterwegs garantiert (vgl. auch
USV / Stromversorgung und
USV Batterien. Oft stellt sich die Frage, wie viel Kapazität dieser bieten sollte. Für Außendienstmitarbeiter ist eine Betriebszeit von mindestens vier Stunden meist unabdingbar. Manchmal lohnt es sich sogar, für eine Laufzeit von sieben und mehr Stunden ein teureres Gerät zu wählen. Alternativ ist natürlich auch der Einsatz weiterer Akkus und/oder Ladegeräte fürs Auto zu empfehlen (siehe
USV Geräte und
USV Zubehör).
Private Anwender überschätzen oft den Bedarf. Meist reicht eine Spielzeit von zweieinhalb oder drei Stunden vollkommen aus. Denn in vielen Fällen verlassen Netbooks auch hier kaum die privaten vier Wände oder bei Freunden wird der Zugang zum Stromnetz gewährt. Sicherlich ergibt es wenig Sinn, für private Zwecke speziell ein Gerät zu kaufen, das lange Betriebszeiten ermöglicht. Der Kostenaufschlag ist oft viel zu hoch. Alternativen wie ein zweiter Akku oder ein Ladeteil für den Zigarettenanzünder sind preiswerter, wenn es mal unbedingt in die Natur gehen soll.
Preisentwicklungen
Grundsätzlich lassen sich in der schnelllebigen Computerbranche Preise nur sehr vage bestimmen. Was heute noch als teuer verkauft wird, muss morgen vielleicht schon wesentlich günstigerer Konkurrenz weichen. Festzustellen ist aber, dass die Netbooks durchaus im unteren Preissegment zu finden sind. Das ein oder andere Gerät ist damit eine günstige Alternative für ein Notebook oder gar einen stationären Rechner. Möglicherweise ergänzt er aber auch einen
Desktop PC.
Je besser die Ausstattung desto höher die Preise. Diese Weisheit trifft hier weitgehend genauso zu, wie die Klarheit, dass Profigeräte vergleichsweise teuer sind. Diese erkennt am zum Beispiel an der umfangreicheren Sicherheitsausstattung. Damit soll der Datenklau durch fremde Personen und der Datenverlust durch defekte Geräte (Festplatte) vermieden werden.
Fazit
Es zeigt sich, dass Netbooks alles andere als Spielgeräte sind. Ihre Leistungsfähigkeit reicht für die meisten Alltagsaufgaben. Dazu sind sie kompakt und aufgrund der fehlenden optischen Laufwerke weniger anfällig. Sie sind vielseitig einsetzbar und sicherlich im Outdoor-Einsatz handlicher als etwa ein 17 Zoll Notebook. Sie können auch hervorragend bei der
Navigation, etwa bei Freizeit- und Geländesportarten, helfen. Auch preislich sind sie durchaus eine Alternative.