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Mit der Einführung der Gigabit Switches, in Datenblättern als 1000BaseTX Ethernet ausgezeichnet, wurde auch Auto-MDI(X) zum Standard. Hinter diesem Kürzel versteckt sich die Fähigkeit der Gigabit Switches (wie auch anderer moderner Switches), die Sende- und Empfangsleitungen der anderen Geräte im Netzwerk selbständig zu erkennen. Gleichfalls findet eine automatische Anpassung statt. Die Verwendung des Kabeltyps wird damit zweitrangig. Es ist demnach egal, ob etwa gekreuzte oder ungekreuzte Leitungen verwendet werden.
Um den Nutzwert der Gigabit Switches auszuschöpfen, greift man sinnvollerweise auch bei den verwendeten Datenleitungen und den angeschlossenen Geräten auf schnellere Produkte zurück. So werden die Uplink-Ports in der Praxis zum Beispiel meist mit Glasfaserkabel statt Twistedpair-Kupferkabel vernetzt. Das ist nicht zwingend notwendig, sorgt aber für die bessere Nutzung. Das geht ferner einher mit der Möglichkeit, bei den Gigabit Switches – im Gegensatz zu Hubs – beliebig viele Switches miteinander zu verknüpfen. Auf die maximale Kabellänge braucht also keine Rücksicht genommen werden.
Derartige Fortentwicklungen sind in vielen Bereichen der Computer-Technologie und insbesondere in Netzwerk-Infrastrukturen (vgl. auch Netzwerkgeräte) festzustellen. Ein einfaches Beispiel ist die Entwicklung der Mehrkernprozessoren. Die zunehmende Beschleunigung der Prozessoren mittels immer höherer Taktung ist an ihre Grenzen gestoßen; der Bedarf an schnellerer Datenverarbeitung jedoch nicht. Letztlich ist es für den Laien oftmals auch gar nicht so einfach, das Tempo der IT-Technologie (wie bei den Gigabit Switches) zu erkennen. Die tatsächliche Geschwindigkeit eines Netzwerkes oder auch eines einzelnen Computers ändert sich kaum, aber in der gleichen Zeit werden größere Datenmengen verarbeitet.
Bei genauerer Betrachtung zeigt ein gewöhnlicher Internetgang die zu beachtenden Aspekte. Vergleicht man einen etwa zehn Jahre alten Rechner inklusive des damaligen Besuchs im World Wide Web, so ist dieser in der Praxis kaum langsamer als ein heutiger PC, der im Vergleich dazu mit einem schnelleren Prozessor, einer leistungsstärkeren Grafikkarte und einem größeren Arbeitsspeicher ausgerüstet ist. Die aufwändigere Bestückung wird benötigt, um die gestiegenen Anforderungen im Netz erfüllen zu können. Denn auch die Darstellungen der Internetseiten werden stetig weiterentwickelt und fordern nach größerer Rechenleistung. Viele Homepages lassen heute bereits Filme ablaufen, Werbung wird eingeblendet und abgespielt usw. All das fordert CPU-Leistung. Ist der Rechner darauf nicht vorbereitet, so zwingt ihn der Leistungsbedarf in die Knie, der Bildaufbau verzögert sich, das Internetsurfen wird zur Qual. Wer nur gelegentlich privat ins Netz geht, wird das vielleicht noch verschmerzen können. Wer aber aktiv und ambitioniert im WWW unterwegs ist oder gar das globale Netzwerk professionell nutzt, kann sich mit solchen permanenten Zeitverzögerungen nicht aufhalten. Die Tempounterschiede angemessen dimensionierter Ausrüstung von heute im Vergleich zu Gerätschaften von vor zehn Jahren spielen sich für viele Anwender im kaum noch spürbaren Bereich von Millisekunden ab. Nervig sind stetiges Stocken und unerträglich langwierige Downloadphasen.
Das Equipment muss also stetig weiter verbessert werden, um den steigenden Anforderungen gerecht zu werden. Das ist in etwa vergleichbar mit dem Leistungszuwachs bei Personenkraftwagen. Der Motor des VW Golf Diesels, Baujahr 1976, leistete 54 PS und ist damit einem Golf Diesel der neuesten Generation mit 105 PS rein nominell hoffnungslos unterlegen. Der aktuelle Golf zeichnet sich auch durchaus mit einer höheren Endgeschwindigkeit und besseren Beschleunigungswerten aus. Doch der extreme Zuwachs an Gewicht (von rund 800 kg auf knapp 1400 kg) frisst einen Teil der Mehrleistung auf. Im automobilen Alltag ist der Zugewinn an Motorleistung oftmals nur geringfügig wahrzunehmen, da auch der Verkehr in einem Maße zugenommen hat, dass das Ausfahren der höheren PS-Werte kaum erlaubt. Das Mehrgewicht resultiert vor allem durch die Verbesserung der Sicherheitselemente und des Komforts.
Der Komfort ist auch bei IT-Produkten ein Grund für den stetig wachsenden Leistungsbedarf, wofür unter anderem eben auch die Fortentwicklung zu den Gigabit Switches notwendig wurde. Innerhalb der Netzwerk-Infrastruktur ist ferner die rasante Zunahme an Teilnehmern ein Grund für die Forcierung schnellerer Netzwerkelemente und Computer. PCs werden heute nicht mehr nur in administrativen Abteilungen einer Firma benutzt. Selbst handwerkliche Tätigkeiten gehen inzwischen mit der Verwendung von Mikroprozessortechnik einher. Informationen werden immer seltener handschriftlich in kleinen Notizbüchern vermerkt, sondern als Datensätze dem Firmennetzwerk zugeführt. Einer von vielen Vorteilen ist dabei die Verfügbarkeit der Daten, wenn ein Mitarbeiter beispielsweise durch eine plötzliche Erkrankung nicht mehr erreichbar ist.
Die Ausweitung der Netzwerke und die immense Zunahme an Endteilnehmern stellt auch Fragen in Bezug auf die ökologische Vertretbarkeit. Gigabit Switches müssen dabei nicht automatisch für die Fortsetzung der Materialschlacht im Bereich von Netzwerken stehen. Sie können auch dazu dienen, dem Wachstum an Anforderungen mit geringerem Aufwand zu begegnen.