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In Zeiten von Notebooks, Tablet PC’s und Netbook neigt man dazu, auf den Tag zu warten, wann der Computer-Nachwuchs fragt: Was ist ein Desktop PC? Lange Zeit unterschied die Bezeichnung Desktop PC den Computer, der auf dem Schreibtisch Platz nahm und meist als Podest für den ausladenden Röhren-Bildschirm fungierte, von den Standgeräten, auch Tower PCs genannt. Diese wurden damals nach Big Tower, Mini Tower und Midi Tower differenziert. Der Begriff Desktop findet aber auch anderswo Verwendung. So spricht man bei der Benutzeroberfläche auf dem Monitor ebenfalls von Desktop, was manchmal auch für Verwirrung sorgen kann.
Fortbestand erlebt der Desktop PC heute zum Einen im professionellen Bereich als Arbeitsplatz-PC oder Workstation, als kleiner Server für Firmenbüros sowie in völlig neuer Form als Nettop. Allerdings haben diese Nettops eigentlich fast nichts mehr mit dem Desktop PC früherer Tage gemein, ausgenommen der Umstand, dass sie vorrangig für den stationären Einsatz gedacht sind. Äußerlich ähneln sie aber eher den Spielkonsolen und reihen sich somit elegant in die Multimedia-Phalanx im wohnlichen Ambiente ein. Innerlich bedienen sie sich der schlanken PC Komponenten, wie sie in Notebooks verbaut werden. Auch ein anderer Vorteil der Desktop PCs geht damit größtenteils verloren: Bei den geräumigen Gehäusen war das Nachrüsten von PC Komponenten auch für Laien erheblich einfacher.
Bekanntermaßen altert kaum ein technisches Gerät so schnell wie der Computer. Manche Menschen argwöhnen sogar, dass selbst der Rechner mit der neuesten Technik schon veraltet ist, wenn man mit ihm den Laden verlässt. Sicherlich ist das etwas übertrieben, aber der Fortschritt ist unaufhaltsam und die Anforderungen wachsen stetig. Um mit der Zeit mitzugehen, hält der PC generell die Option offen, upzudaten. Das bezieht sich nicht nur auf den Softwarebereich, auch die Hardware-Komponenten lassen sich in recht großem Umfang aufrüsten. Zum Teil konnten und können noch neue, schnellere Prozessoren auf schon vorhandene Motherboards gesetzt werden. Der ewige Hunger nach noch mehr Leistung im Sinne eines höheren Arbeitstempos bei der Datenverarbeitung verlangt nach Zuwachs an Speicherleistung. Betroffen sind davon fast alle Bereiche des PC-Systems. Allerdings sind die Möglichkeiten für den Laien begrenzt, was die Aufrüstung angeht. Mehr Arbeitsspeicher und eine bessere Grafik gehören dabei zu den einfachsten Möglichkeiten des PC-Tunings, wenn man mal von zusätzlichen Einrichtungen (Videokarte, Soundkarte, weitere Festplatte usw.) absieht. Hier kann häufig einfach ein weiterer Chipriegel den RAM-Speicher verbessern und eine schnellere Grafikkarte die Bildverarbeitung optimieren.
Derartige Vorhaben sind beim Desktop PC aus mehreren Gründen einfacher als etwa bei Notebooks oder beim Nettop. Der Desktop bietet mehr Raum im Innern des Gehäuses, was nicht nur mehr Platz verschafft, sondern auch klimatechnische Probleme mindert. Ein Zuwachs an technischen Bauteilen sorgt zum einen für einen höheren Strombedarf, was dem Netzteil mehr Leistung abverlangt und damit die Wärmeabgabe erhöht. Zum anderen erzeugen die neuen Bauteile nicht selten selbst mehr Abwärme. Gerade die Grafikkarte und der RAM-Speicher sind hier leichter zu handeln, da sich etwa schnellere Grafikkarten meist selbst um die Kühlung kümmern, also zusätzlich einen Lüfter mit ins Gehäuse bringen.
Auch umfangreiches Aufrüsten führt beim Desktop PC meist noch nicht zu einer völligen Ausschöpfung des Gehäuseinnenraumes. Anders ergeht es dem Hobbybastler beim Notebook, das systembedingt jeden Millimeter Platz bereits ausnutzt, um eben so klein und mobil wie irgend möglich zu sein. Veränderte Wärmeentwicklungen können dann weitaus eher das Gesamtsystem kollabieren lassen. Vermutlich sind auch schon ab Werk bzw. ab Konfigurierer viele Laptops zum frühen Gerätetod verdammt, da bei der Zusammenstellung der Komponenten nicht ausreichend auf die Wärmeentwicklung und den Strombedarf geachtet wird.
Um die Notebooks klein zu halten, werden eh schon in vielerlei Hinsicht kleinere Varianten der Bauteile verwendet. So nutzen Laptops 2,5‘‘ statt 3,5‘‘ Festplatten. Der Desktop PC offeriert in jeglicher Hinsicht mehr Innenraum und ermöglicht damit den Einbau von Bauteilen, die nicht um jeden Preis auf den geringsten Platzbedarf getrimmt wurden.
Logischerweise lässt sich ein Desktop PC aus den genannten Gründen weitaus eher nach eigenen Wunschvorstellungen kreieren als ein Notebook – sogar nachträglich. Letztlich ergibt sich daraus auch ein höheres Maß an Betriebssicherheit. Die Gefahr, dass der Rechner durch Überhitzung erheblichen Schaden erleidet und möglicherweise sogar aufgrund von derartigen Defekten Daten verloren gehen, ist bei Notebooks deutlich größer. Zwar hört man öfter von brennenden Desktop PCs als von qualmenden Notebooks, aber Überhitzungsprobleme sorgen bei Laptops recht oft für umfassende Systemschäden.