|
Versandkostenfrei! ab 175*€ |
Ihr IT-Spezialist mit über 50.000 Artikeln! |
Einfach per Rechnung bezahlen! |
Das englische Wort Barebone (von bare bone = blanker Knochen) dient als Bezeichnung für unvollständige Computer. Dabei ist der Begriff unvollständig gerade in der IT-Technologie sehr variabel zu handhaben. Im Allgemeinen kann man aber davon ausgehen, dass ein PC Barebone über ein Gehäuse inklusive Netzteil mit Kühler sowie über ein Mainboard, auf dem sich bereits der Prozessorkühler befindet, verfügt. Dies gilt auch für die Barebone-Derivate Multimedia Barebone und Server Barebone. Der technikbegeisterte und versierte Kunde vervollständigt dann den Rechner mit Prozessor (CPU), Arbeitsspeicher (RAM), Grafikkarte und Festplatten als die wichtigsten und weitgehend notwendigen PC Komponenten. Weitere Ergänzungen sind dann etwa Laufwerke wie CD- und DVD-Player/Brenner, aber auch der gesamte Bereich der Software angefangen mit dem Betriebssystem.
In Zeiten extrem preiswerter Notebooks (unterhalb von 500 Euro sind zahlreiche Modelle zu haben) ist die Kundschaft der Barebone Computer eine andere geworden. Ziel ist nicht mehr vorrangig, einen möglichst preisgünstigen Rechner zusammenzustellen. Heute geht es dagegen mehr denn je um die Optimierung eines Computers für bestimmte Aufgaben. PCs können sowohl im Heimbereich als auch im Profibereich für die vielfältigsten Einsatzgebiete genutzt werden und kommen in der Regel als Allrounder auf den Markt. Der spezialisierte Kunde wünscht sich vielleicht aber einen Computer, der gerade nicht bei der Grafikkarte Bestnoten einheimst, sondern über eine hervorragende Klangverarbeitung verfügt. Schließt sich das aus? Durchaus. Hochwertige Grafikkarten produzieren ein hohes Maß an Abwärme, die abgeführt werden muss, um den Grafikchip kühl zu halten. Schnelle Grafikprozessoren kommen hier meist nicht mehr mit der passiven Kühlung (Kühlrippen) aus, sondern verlangen einen leistungsstarken Lüfter. Ein solcher Fan (englisch für Lüfter) bewegt aber mit sehr hohem Tempo Luft und erzeugt damit Geräusche. Ein teurer Lüfter kann noch so leise konstruiert sein. Er ist immer lauter als kein Lüfter. Wer aber mit dem PC hochwertige Musik hören möchte, dem vergeht der Genuss, wenn irgendwo in der Ecke der Lüfter der Grafikkarte rattert. Auch die anderen Komponenten werden ggf. so gewählt, um den Kühlaufwand im Computergehäuse zu reduzieren.
Das Angebot in der Rubrik Barebone erfreut heute mit verschiedenen Gehäuseformen, die nicht mehr automatisch nach Selbstbau aussehen. Da wären etwa die Barebones von Zotac oder Shuttle zu nennen. Wer die Möglichkeiten richtig auslotet, kann sich einen für spezielle Aufgaben perfekten PC zusammenstellen. Letztlich wird dadurch auch Geld gespart, das nicht für Überflüssiges verloren geht.
Sicherlich ist der Multimedia Computer eines der interessantesten Beispiele für Barebone PCs. Die Geschichte der Ton- und Bildverarbeitung im heimischen Ambiente hat inzwischen unzählige analoge und digitale Systeme hervorgebracht. Manche dieser Systeme, wie etwa Plattenspieler, verlangen nach besonderen Vorkehrungen für die Tonübertragung (Entzerr-Vorverstärker). Ein Multimedia PC kann vom Anwender auf all die notwendigen bzw. gewünschten Geräte vorbereitet werden. Die Gestaltungsmöglichkeiten beziehen sich dabei nicht allein auf den Eingangsbereich, der die unterschiedlichen Signalquellen (Empfangsgeräte, HiFi-Anlage usw.) verarbeitet, sondern auch auf die interne Signalnutzung (etwa wenn der Multimedia Computer gleichzeitig zur Kopierstation wird) und auf die Signalausgabe. So könnte etwa ein Beamer im Wohnzimmer und ein Fernseher im Schlafzimmer angesteuert werden. Je hochwertiger die Signalquellen, desto größer wird letztlich auch der Aufwand für den Barebone, damit er den Anforderungen gerecht werden kann. ANTEC offeriert sogar ein Media Center, das dem Design eines HiFi-Verstärkers nachempfunden ist.
Auch für den Server eines Netzwerkes ergibt die Wahl eines Barebones, der nach den individuellen Wünschen konfiguriert wird, Sinn. Letztlich ist ja jedes Netzwerk nach betriebsinternen Vorgaben aufgebaut. Das gilt in gewisser Hinsicht auch für private Büros, wenngleich hier der Kosten-Nutzen-Effekt meist weniger lukrativ ist. Da Privatanwender meist über einen Router und einen oder mehrere netzwerkfähige Computer bzw. Notebooks verfügen, ist das notwendige Equipment für ein privates Netzwerk schon ausreichend vorhanden. Erst wer speziellere Aufgaben erfüllt wissen möchte, greift hier möglicherweise zum Barebone und richtet den Server entsprechend ein.
Interessanter ist das Geschehen meist bei kleineren und mittleren Firmenbüros. Gerade Jungunternehmer können es sich oft nicht leisten, das individuell optimierte Netzwerk vom Service-Techniker einrichten zu lassen. Also ist der Barebone eine mögliche und kostensparende Variante, um so viel wie nötig und so wenig wie möglich Technik zu verwenden. Damit lassen sich erhebliche Kosteneinsparungen realisieren.