Die menschliche Kommunikation wurde in den vergangenen Jahrhunderten extrem starken Wandeln unterzogen. Durch Entwicklungen wie Briefverkehr, Telefon und Internet (inklusive aller damit verbundenen Techniken) konnten immer größere Entfernungen immer schneller überbrückt werden. Und was vor noch wenigen Jahrzehnten unvorstellbar schien, ist heute internationaler Standard, wenn Firmenmitarbeiter miteinander in Verbindung stehen: Die Videokonferenz (international: Video conference). Man kann den anderen sehen und hören, obwohl die Entfernung vielleicht tausende von Kilometern beträgt und Kontinente und Weltmeere überbrücken muss. Immerhin hat der Mensch damit auch endlich die Tierwelt überflügelt, denn lange Zeit konnten Wale bei der „Tonkonferenz“ rund um den Globus mithalten. Die Videokonferenz ist das geeignete Mittel, um Menschen zusammenzubringen, die ansonsten sehr lange und kostspielige Reisen unternehmen müssten. Dabei bezieht sich die Kostenfrage nicht nur auf die Reisekosten, sondern auch auf den Zeitverlust.
Die Technik der Videokonferenz
Grundsätzlich ist der technische Aufwand für eine Videokonferenz einfach aufgezeigt. Jeder Teilnehmer benötigt für die visuellen und akustischen Übertragungen je ein Sende- und Empfangsgerät bzw. ein Aufzeichnungs- und Wiedergabegerät. Schallwandler wie Mikrofon und Lautsprecher übernehmen bei der Videokonferenz die Tonübertragung, während sich Videokamera und Bildschirm um die optischen Signale kümmern. Es wird deutlich, dass der Begriff Videokonferenz eigentlich unzureichend ist, denn übertragen werden nicht nur die Bilder, sondern auch die Töne. Das Equipment für die Aufzeichnung und Wiedergabe ist bereits seit vielen Jahren ausgereift und Videokonferenzen waren auch mit analoger Technik bereits möglich. Allerdings stießen die Übertragungswege an ihre Grenzen. Die digitale Datenübertragung erlaubt das Verschachteln und Verschlüsseln von Daten, so dass zum einen gleichzeitig viel mehr Videokonferenzen um die Welt gehen können. Und zum anderen sind diese Konferenzen (relativ) abhör- und „abguck“-sicher. Dies gelingt auf der Basis des weltumspannenden Internets. Und genau hier liegt auch der Grund, warum es zunehmend unproblematischer und preiswerter ist, Menschen per Videokonferenz zusammenzubringen. So kann man beispielsweise nicht nur zwei Gesprächspartner verbinden. Ohne großes Aufheben können etwa Broker an allen Börsen der Welt vor Ort sitzen und dennoch in einer „geheimen“ Videokonferenz Informationen austauschen. Oder eine Firma kann ein weltweites Webinar (kurz für World Wide Web und Seminar) veranstalten. Will der Chef nicht unterbrochen werden, so beschränkt er sich auf ein Webcast, bei dem die Kommunikation nur in einer Richtung möglich ist.
Wie geheim diese Kontakte bleiben, hängt natürlich von dem Erfolg der notwendigen Sicherungsmaßnahmen ab. Die Abschirmung ist daher auch ein qualitatives Moment bei der Auswahl des optimalen Equipments. Es bringt wenig, viel Geld für sichere Verschlüsselungswege auszugeben, wenn sich die Informationen auf dem Wege zwischen Videokamera bzw. Mikrofon und Computer abfangen lassen. Ein Netmeeting ist dann schnell ein offenes Geheimnis. Wer also bei der Multiple Video Conference vor fremdem Zugriff sicher sein möchte, investiert nicht nur in solides Equipment im Sinne guter Bild- und Tonverarbeitung (siehe #Bild / Videobearbeitung sowie Audio & Sound, sondern auch in Geräte mit sehr guter Sicherheitsausstattung. Diesbezügliche Unterschiede werden allerdings schnell an höheren Preisen deutlich, wie die Programme von Polycom oder Sony belegen. Verwunderlich ist das nicht, denn Qualität hat nun mal ihren Preis.
Qualitätsanspruch bei der Videokonferenz
In den Filmstudios der Welt weiß man seit Jahrzehnten, dass kleinste Fehler bei der Aufzeichnung (etwa bei Naturaufnahmen) am Ende zu deutlich sichtbaren Störungen heranwachsen können. Videofilmer können am Schneidetisch viel dazulernen. So ist es letztlich auch bei der Videokonferenz. Sowohl bei der Bild- als auch bei der Tonverarbeitung zahlt sich qualitativ hochwertiges Material aus, damit über die Distanz und die möglichen Störungen am Ende immer noch eine gute Darstellung möglich ist. Denn die Teilnehmer einer Videokonferenz sollen sich um ihre Arbeit kümmern und nicht um die Macken und Störungen von Aufzeichnungs- und Wiedergabegeräten oder Kabelverbindungen.
Videokonferenz für Private Haushalte
Längst schon hat sich die Videokonferenz auch außerhalb professioneller Anwendungen etabliert und ist ein beliebter Freizeitsport. Ob man es nun Live Meeting, Internet Calls oder Skype Conference nennt. Immer geht es um den verbalen und zugleich optischen Kontakt zum Mitmenschen. Bei der privaten Nutzung ist die tatsächliche körperliche Distanz oft auch ein entscheidender Moment, der es vielen Nutzern leichter macht, diesen eigentlich recht offenen Weg der Kommunikation mit fremden Menschen zu gehen.