Computer
Der Begriff
Computer geht auf das lateinische Wort computare (zusammenrechnen) zurück. Schon weit vor der Entwicklung des elektronischen Gehirns war dieser Begriff bekannt. Menschen dienten als Computer. Ihre Aufgabe war das Zusammenrechnen von Zahlen - etwa im Banken- oder Rechnungswesen. Die technischen Vorläufer des Computers gehen auf den 5000 Jahre alten Abakus zurück, der vom Grundprinzip her nichts anderes tut, als moderne Superrechner auch. Informationen werden auf kleinste Einheiten reduziert und derart umgewandelt, dass sie leichter interpretierbar sind. Dies wird beispielsweise schon bei den vier Grundrechenarten deutlich. Beim Addieren großer Zahlen etwa bedient man sich der Möglichkeit, 10er, 100er und 1000er Stellen als 1er Stellen zu behandeln, womit das Zusammenrechnen vereinfacht wird.
Beim Elektronengehirn aus Kunststoff, Blech und Silizium werden Informationen in das Duale System übersetzt. Jetzt gibt es nur noch 1 und 0, als AN und AUS. Diese Zustandsbeschreibung lässt sich auf kleinstem Raum verarbeiten. Die Schwierigkeit besteht allerdings darin, analoge Daten in digitale Einheiten zu wandeln, ohne dass Informationen verloren gehen. Ein Beispiel wäre etwa ein Landschaftsbild. Wollte man dies einem anderen Menschen mitteilen, wäre die einfachste Methode, ihm dieses Bild zu zeigen. Damit würden alle Informationen weitergegeben. Besteht diese Möglichkeit nicht und muss das Bild beschrieben werden, so wäre ein ausführlicher Bericht notwendig, der dennoch Gefahr liefe, wichtige Details zu unterschlagen. Bei der Wandlung in digitale Daten wird praktisch jeder Bildpunkt einzeln erfasst, gewandelt und - etwa auf einem Monitor - wieder dargestellt. Je komplexer und detailreicher das Bild ist, desto größer werden die Datenmengen, wenn man keine Kleinigkeit verlieren möchte. Durch die Wandlung in die Zustandsformen 1 und 0 können - mit modernster Mikrochiptechnik - riesige Datenmengen schnell verarbeitet werden.
Die Entwicklung von Computern basierte von Anfang an auf dem Wunsch, Vorgänge zu automatisieren. Vielen Entwicklern stand und steht dabei der Traum vom Roboter vor Augen, der ungeliebte Tätigkeiten mit absolut gleichmäßiger und zuverlässiger Präzision auch unter widrigsten Umständen verrichten kann, etwa in der Produktion. Computer eignen sich aber auch für die Sicherung von Daten und ermöglichen einen schnelleren Zugriff. Würde man beispielsweise die Texte einer Bibliothek auf digitalen Datenspeichern untergebracht haben, so könnte man wesentlich leichter auf jede einzelne Textpassage zugreifen, als dies etwa bei Büchern möglich wäre. Diese Technik nutzt man vor allem im World Wide Web, das ja auch ein globales Kommunikationszentrum für Informationen ist. Praktisch von jedem Zugang aus kann man auf irgendwo gespeicherte Daten zurückgreifen. Suchmaschinen vereinfachen das gezielte Auffinden von Informationen.
In der Praxis der Anwender hat sich der Gebrauch von Computern seit den 50er Jahren in wesentlichen Aspekten verändert. Anfänglich nutzten vor allem Firmen und Forschungsinstitute die elektronischen Gehirne. Ende der 1970er Jahre setzte der Siegeszug auf dem Massenmarkt ein. Wähnte der Gründer von IBM in den 1940er Jahren noch einen Gesamtbedarf an Computern von 3 Geräten weltweit, so finden sich heute in vielen Haushalten schon mehr als 3 Computer.
Für private Anwender und auch für viele professionelle Bereiche ersetzte der Computer zuallererst vor allem die Schreibmaschine. Der Vorteil des PCs lag darin, dass Texte, Grafiken und Tabellen zuerst am Bildschirm vollständig gestaltet werden konnten, bevor sie ausgedruckt wurden. Darüber hinaus konnten die Dateien langfristig gespeichert, verändert und auf andere Rechner übertragen werden. Für den Erfolg des Computers im Privatbereich waren auch die fast zeitgleich eingeführten Spielkonsolen von Bedeutung. Mit diesen Geräten begann eine neue Ära der Freizeitgestaltung. Computer boten ebenso eine ganze Reihe von Spielmöglichkeiten und konnten zudem für Textarbeiten oder Datenarchivierung genutzt werden. Einige ambitionierte Hobbyanwender begannen bereits in den 1980er Jahren damit, Computer auch für künstlerische Bereiche (Malerei, Fotos, Musik) zu nutzen.
Noch vor der Jahrtausendwende eröffnete sich das World Wide Web für private Anwender und bot somit ein weiteres Bedienfeld. Jetzt ermöglichte der Computer fast grenzenlosen Informationszugang. Wer eine neue Kaffeemaschine kaufen wollte, informierte sich nicht mehr im örtlichen Fachhandel, sondern konnte die gesamte Produktpalette im Internet einsehen. Des Weiteren schuf das Internet neue Wege der Kommunikation wie etwa Emailing und Chatten.
Das 21. Jahrhundert wurde vor allem durch die digitale Fotografie eingeläutet, die in Zusammenhang mit leistungs- und internetfähigen
Notebooks auch den Wunsch nach technischer Mobilität erhöhte. In vielen - privaten wie betrieblichen - Büros ersetzt mittlerweile ein Laptop oder gar ein kleineres
Nettop den
Desktop PC.
Das technische Know-how der Anwender hinkt naturgemäß immer den Entwicklungen hinterher. Es ist aber festzustellen, dass sich heute weitaus mehr Laien mit dem Zusammenspiel von Hardware und Software auseinander setzen. Dies wird schon an dem großen Interesse deutlich, selbst einen Computer nach eigenen Wünschen zu konfigurieren. Dazu liefert der Handel den
Barebone, einen Rechner mit Grundausstattung, der auf weitere Komponenten angewiesen ist.
Auch der
Server bleibt nicht mehr nur dem professionellen Bereich vorbehalten. Die breite Produktpalette von Servern zeigt aber auch beispielhaft, wie weit das Spektrum an technischer Ausstattung gespreizt ist. Die Preise für Geräte, die im betrieblichen Umfeld eingesetzt werden, wie etwa Server, die
Workstation oder der Plotter, unterscheiden sich deutlich von Produkten für den Massenmarkt.