Blade Server
Dass sich Blade Server in den letzten Jahren weitreichend durchsetzen konnten, ist sicher nicht nur eine Modeerscheinung. Zu vielfältig sind die Vorteile gegenüber den älteren konstruktiv zumeist erheblich komplizierteren Gebilden. Der Server im Sinne der Hardware übernimmt die Aufgabe des Hostes, stellt also das Betriebssystem dar, welches innerhalb eines Netzwerkes Server bzw. Clients aufnimmt. Hier wird gern die Erklärung vom Begriff Herberge abgeleitet (beherbergt Server bzw. Clients), da auch der englische Begriff Host Gastgeber oder Wirt bedeutet. Ein wesentliches Merkmal eines Servers ist die permanente Betriebsamkeit. Logischerweise werden deshalb
PC Komponenten verwendet, die vor allem für den Dauereinsatz konzipiert sind. Beispielsweise zieht man hier die SAS-Festplatten den SATA-Festplatten vor.
Da die Betriebssicherheit trotz solidester Bauteile nicht ewig sichergestellt werden kann und zudem mit der Zeit oft ein Nachrüsten notwendig ist, werden die einzelnen Baugruppen eines Servers gern in 19 Zoll Racks eingesetzt, ein Format, dass man bereits von der Bühnen- und Studiotechnik seit vielen Jahrzehnten kennt. Dabei sind die Elemente einzeln am Rack befestigt und können so leicht entfernt werden. Ein ähnliches Ziel verfolgt der Blade Server, der sich vor allem durch seinen Aufbau von anderen Servervarianten unterscheidet. Die Bezeichnung Blade oder auch Serverblade bezieht sich auf die blattartige Form (auch Klinge). Man kann sich das ähnlich wie bei einen Aktenordner vorstellen. Der Inhalt eines Ordners stellt eine Art Lose-Blatt-Sammlung dar. Dabei kann jedes Blatt einzeln ausgetauscht werden, was etwa bei einem Buch oder einem gehefteten Papierstapel nicht möglich ist. Die Blades werden in Slots eingeschoben und sind innerhalb des Bladecenters mit der Backplane verbunden. Somit lässt sich gleich eine ganze Batterie an gleichartigen Baugruppen unterbringen. Für sich sind die einzelnen Server Blades nicht eigenständig. Neben der vereinfachten Austauschbarkeit sind auch Skalierung und Flexibilität ein wichtiges Argument. Mit Blades lässt sich die Hardware wesentlich einfacher den meist wachsenden Anforderungen anpassen.
Führend auf dem Markt ist seit Jahren das Programm
HP Blade Server. Bei Preisen zwischen knapp 950 und über 12.000 Euro wird dem vor allem professionellen Markt ein umfangreiches und differenziertes Sortiment an Produkten präsentiert. Die technischen Daten eines HP ProLiant BL685c G6 sind schon beeindruckend. In einem äußerst kompakten Gehäuse ist ein AMD Third-Generation Opteron 8435 4-Core-Prozessor verbaut, der mit 2.6 GHz taktet. Der RAM-Speicher wird mit 8 GB ausgeliefert und kann auf 256 GB erweitert werden.
Deutlich kleiner sind die Programme
Fujitsu Blade Server und
Intel Blade Server, wobei die zum Teil günstigeren Produkte allerdings ebenso vorrangig für den professionellen Einsatz konzipiert sind.